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Tragik im Weltlauf

Tragik im Weltlauf

Herausgegeben von Manfred Weitlauff

Leinen, Hardcover
314 Seiten, 1 Abbildung
1990, Januar
ISBN 978-3-87437-299-2
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Eine schwere persönliche Konfliktsituation und die Erschütterungen des Ersten Weltkriegs haben Joseph Bernhart (1881-1969) existentiell mit der uralten Menschheitsfrage nach dem Bösen, seinem" Woher« und" Wozu«, konfrontiert.

Ergebnis der Auseinandersetzung mit ihr war die 1917 erschienene tiefgründige Studie "Tragik im Weltlauf«, mit welcher der damals Sechsunddreißigjährige seine eigentliche Laufbahn als freier katholischer Schriftsteller begann.

Das Werk zeigte schon in Vollendung Joseph Bernharts sprachliche Meisterschaft, die Konzentration seiner Gedankenführung, mehr noch sein leidenschaftlich bohrendes Fragen nach den letzten Gründen menschlichen Daseins, tief bewegt von der Wahrnehmung einer Tragik in der Menschheitsgeschichte wie im Leben des Einzelnen, deren "Wie" der menschliche Geist bedrückend erfährt, deren Warum ihm aber verborgen bleibt.

Bei aller Breite seines schriftstellerischen Schaffens blieb Joseph Bernharts Denken lebenslang im Banne der erregenden Problematik seiner Frühschrift. Immer wieder kehrte er zu dieser Problematik zurück, immer von Neuem thematisierte er sie, suchte nach Wegen zu einer Antwort.

Frucht dieses geistigen Ringens waren seine - inzwischen wieder greifbaren - bedeutenden Schriften "De profundis« (1935, 5. Aufl. 1985), "Chaos und Dämonie. Von den göttlichen Schatten der Schöpfung« (1950, 2. erw. Aufl. 1988), "Die unbeweinte Kreatur. Reflexionen über das Tier« (1961, 2. Aufl. 1987) sowie zahlreiche Aufsätze und Vorträge, von denen die wichtigsten in diesen Band aufgenommen sind, darunter sein höchst aktueller Beitrag "Philosophischer Aspekt der demokratischen Krisis« (1960).

Joseph Bernhart
© Anton H. Konrad Verlag / Joseph-Bernhart-Gesellschaft e. V.

Joseph Bernhart

Ein außerordentliches Leben führte der 1881 in Ursberg geborene Joseph Bernhart. Er hat sich für ein Leben als Priester entschieden. 1904 erhielt er die Priesterweihe für das Bistum Augsburg, studierte aber davor schon katholische Theologie und Philosophie in München.

In beiden Fachgebieten brillierte er, verband sie zu einem Messpunkt der Authentizität und Integrität in seinem Leben. Mit der gebotenen Ernsthaftigkeit erreichte er den Titel Doktor der Theologie im Jahr 1910 über mittelalterliche Mystik, 18 Jahre später dann den Dr. phil.

Die innere Auseinandersetzung mit der Unterordnung unter kirchliche Autoritäten und die Endgültigkeit des Zölibats brachten ihn dazu "Der Kaplan" zu schreiben. Neben vielen anderen, und sehr bedeutenden Werken aus unserem Programm, spiegelt dieses Werk insbesondere die persönlichen Lebensumstände der prägenden Epoche.

Zunächst also als Kaplan in Markt Wald, Tandern, Hollenbach, Neuburg an der Donau und Murnau, wurde er zudem Mitarbeiter der Zeitschrift "Hochland", die damals schon ökumenisch arbeitete und maßgeblich an der Kritik der NS-Ideologie mitwirkte.

Bernharts Wissensdurst führte ihn weiter zum Studium von Latein, Germanistik und Geschichte in Jena, das nicht beendet hatte, da er inzwischen Elisabeth Nieland kennengelernt hatte. Nach einer schweren Entscheidungsphase heirateten beide geheim und standesamtlich in London - im Jahr 1913.

Damit wurde Joseph Bernhart als Priester oder besser "Laie" exkommuniziert. Seine Rekonziliation, also die Wiederaufnahme in und Versöhnung mit der Kirche, erfolgte erst 1939 und 1942.

Immer und ständig publizistisch tätig, mündete seine Ablehnung der NS-Ideologie 1942 in einem Veröffentlichungsverbot.

Seit 1948/49 war unser Autor wieder ein gefragter Referent. In zahlreichen Vorträgen trug er dazu bei, den wahren christlichen Gedanken von Nächstenliebe und Aufrichtigkeit in Deutschland zu verbreiten und sich in diesem Geiste um die ehrliche Aufarbeitung der Verbrechen zu bemühen.

Er wurde Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Società Europea di Cultura.

Wenig später, 1952, wurde er zum Honorarprofessor für mittelalterliche Geistesgeschichte an der Universität München berufen.

Im Zentrum seines vielfältigen, auch literarisch wertvollen Werkes als Theologe, Philosoph, Dichter und Kulturhistoriker steht die Suche nach dem Sinn und die Frage nach dem Bösen in der Geschichte. Eugen Biser stufte Joseph Bernhart als größten Geschichts- und Existenzdenker des 20. Jahrhunderts ein.


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

  • Logos und Ethos in der Geschichte
  • Das Übel
  • Das Lebensgeschehen in der Natur
  • Antinomisches im Menschen
  • Die Tragödie der Kultur
  • Der Logos der Kunst
  • Logos crucifixus

 

  • Tragik der Welt
  • Hodie
  • Geschichtstheologischer Vortrag
  • Geheimnis der Bosheit
  • Die Frohbotschaft vom Kreuze
  • Das Dämonische in der Geschichte
  • Problematik der Humanitas
  • Philosophischer Aspekt der demokratischen Krisis
Nachwort
Manfred Weitlauff
Joseph Bernharts "Tragik im Weltlauf" im Spiegel seiner Biographie
Bibliographische Nachweise
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