THEMEN
Chaos und Dämonie

Chaos und Dämonie

Von den göttlichen Schatten der Schöpfung

Herausgegeben von Joseph Bernhart Gesellschaft e.V., Türkheim, Georg Schwaiger

Leinen, Hardcover, 11,5 x 18,5 cm
173 Seiten
1988, Januar
ISBN 978-3-87437-265-7
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Für Joseph Bernhart war dieses Buch, das als Ergebnis seiner zahlreichen Vorträge entstanden ist, mit das wichtigste theologische Werk.


Er geht aufgrund der gesellschaftlichen Erscheinungen der Frage nach, wie es zu den Greueltaten der Regime kam, die eine teils atheistische Weltanschauung zugrunde legten. Hierbei untersucht er den Umstand, dass der Mensch Schlimmes begeht und die christliche Kulthandlung für ihn eine Art Beschwichtigungsmittel darstellen kann, durch die er sich die Selbstbetrachtung verwehrt.


Der Weg hieraus führt über das Anschauen dessen, was man selbst konkret getan hat, sich einzugestehen, dass es durch eigene Hand geschehen ist. Nur mit diesem Fundament kann das eigene Gewissen, "die sittliche Pflicht" einem Menschen helfen, die Liebe für sich und andere und dadurch die Vergebung Gottes zu finden. Dann wird die kultische Handlung im Christentum auch wieder mit Leben gefüllt und zum Wohle aller beitragen können.

Diese und viele weitere Aspekte der Schatten des Menschen, die aus der Freiheit des Handels heraus entstehen, werden hier tief und eindringlich behandelt und stellen den modernen Menschen in den Fokus.

Joseph Bernhart
© Anton H. Konrad Verlag / Joseph-Bernhart-Gesellschaft e. V.

Joseph Bernhart

Ein außerordentliches Leben führte der 1881 in Ursberg geborene Joseph Bernhart. Er hat sich für ein Leben als Priester entschieden. 1904 erhielt er die Priesterweihe für das Bistum Augsburg, studierte aber davor schon katholische Theologie und Philosophie in München.

In beiden Fachgebieten brillierte er, verband sie zu einem Messpunkt der Authentizität und Integrität in seinem Leben. Mit der gebotenen Ernsthaftigkeit erreichte er den Titel Doktor der Theologie im Jahr 1910 über mittelalterliche Mystik, 18 Jahre später dann den Dr. phil.

Die innere Auseinandersetzung mit der Unterordnung unter kirchliche Autoritäten und die Endgültigkeit des Zölibats brachten ihn dazu "Der Kaplan" zu schreiben. Neben vielen anderen, und sehr bedeutenden Werken aus unserem Programm, spiegelt dieses Werk insbesondere die persönlichen Lebensumstände der prägenden Epoche.

Zunächst also als Kaplan in Markt Wald, Tandern, Hollenbach, Neuburg an der Donau und Murnau, wurde er zudem Mitarbeiter der Zeitschrift "Hochland", die damals schon ökumenisch arbeitete und maßgeblich an der Kritik der NS-Ideologie mitwirkte.

Bernharts Wissensdurst führte ihn weiter zum Studium von Latein, Germanistik und Geschichte in Jena, das nicht beendet hatte, da er inzwischen Elisabeth Nieland kennengelernt hatte. Nach einer schweren Entscheidungsphase heirateten beide geheim und standesamtlich in London - im Jahr 1913.

Damit wurde Joseph Bernhart als Priester oder besser "Laie" exkommuniziert. Seine Rekonziliation, also die Wiederaufnahme in und Versöhnung mit der Kirche, erfolgte erst 1939 und 1942.

Immer und ständig publizistisch tätig, mündete seine Ablehnung der NS-Ideologie 1942 in einem Veröffentlichungsverbot.

Seit 1948/49 war unser Autor wieder ein gefragter Referent. In zahlreichen Vorträgen trug er dazu bei, den wahren christlichen Gedanken von Nächstenliebe und Aufrichtigkeit in Deutschland zu verbreiten und sich in diesem Geiste um die ehrliche Aufarbeitung der Verbrechen zu bemühen.

Er wurde Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Società Europea di Cultura.

Wenig später, 1952, wurde er zum Honorarprofessor für mittelalterliche Geistesgeschichte an der Universität München berufen.

Im Zentrum seines vielfältigen, auch literarisch wertvollen Werkes als Theologe, Philosoph, Dichter und Kulturhistoriker steht die Suche nach dem Sinn und die Frage nach dem Bösen in der Geschichte. Eugen Biser stufte Joseph Bernhart als größten Geschichts- und Existenzdenker des 20. Jahrhunderts ein.

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