THEMEN
De profundis

De profundis

Der Mensch als Schöpfer der Gesellschaft und des Weltgeschehens

Mit einem Vorwort von Eugen Biser

Hardcover, 11,5 x 18,5 cm
192 Seiten, Leinen
1985, Januar (5. ungekürzte Auflage)
ISBN 978-3-87437-231-2
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Dieses Buch besteht aus drei Essays, in deren Mittelpunkt der Mensch in der Gesellschaft steht und wie er das Persönliche in die Welt hineinträgt. Es wurde erstmals 1935 veröffenlicht - mitten in der Hinwendung zum nationalsozialistischen Gedankengut. So heissen die drei Abhandlungen sinngemäß auch: Der Mensch in der Gottlosigkeit, Der Mensch in der Ehe, Der Mensch in der tragischen Welt.


Aufgrund der Erfahrungen des Autors und seines Bewußtseins über die weitere gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland, versuchte er, seine Einsichten -aus Erfahrungen mit dem Glauben und dem persönlichen Alltag- in drei sinnhafte Geschichten einzubinden, was ihm auch trefflich gelungen ist.

Es können aus den vielen Anregungen, die der Leser aus den Essays mitnehmen kann, drei herausgegriffen werden:
1. Die Entwicklung zu einem Menschen mit Aufrichtigkeit und ganzem Gewissen obliegt einem selbst, er muss sich darum aktiv bemühen.
2. Der Schritt in die Ehe ist ein Entschluß, aus dem heraus man wachsen, sich verantwortungsvoll bilden kann - aneinander und darin auch für sich selbst.
3. Die Überheblichkeit der eigenen Person, der eigenen Gruppe und schließlich der eigenen Nationalität ist ein Stadium unreifer Herzensbidlung und kann wiederum nur durch selbständiges, geistig-moralisches Wachstum überwunden werden, damit Frieden einkehrt.

Wenn auch die Zeiten sich hier glücklicherweise geändert haben, ist dies kein Grund für Bernhart, in eine innere Bequemlichkeit zu verfallen. Diese Themen sind zu jeder Zeit und für jeden Menschen von Neuem relevant, und dienen uns, den Lesern, für das eigene, verantwortungsvolle Wachstum.

Joseph Bernhart
© Anton H. Konrad Verlag / Joseph-Bernhart-Gesellschaft e. V.

Joseph Bernhart

Ein außerordentliches Leben führte der 1881 in Ursberg geborene Joseph Bernhart. Er hat sich für ein Leben als Priester entschieden. 1904 erhielt er die Priesterweihe für das Bistum Augsburg, studierte aber davor schon katholische Theologie und Philosophie in München.

In beiden Fachgebieten brillierte er, verband sie zu einem Messpunkt der Authentizität und Integrität in seinem Leben. Mit der gebotenen Ernsthaftigkeit erreichte er den Titel Doktor der Theologie im Jahr 1910 über mittelalterliche Mystik, 18 Jahre später dann den Dr. phil.

Die innere Auseinandersetzung mit der Unterordnung unter kirchliche Autoritäten und die Endgültigkeit des Zölibats brachten ihn dazu "Der Kaplan" zu schreiben. Neben vielen anderen, und sehr bedeutenden Werken aus unserem Programm, spiegelt dieses Werk insbesondere die persönlichen Lebensumstände der prägenden Epoche.

Zunächst also als Kaplan in Markt Wald, Tandern, Hollenbach, Neuburg an der Donau und Murnau, wurde er zudem Mitarbeiter der Zeitschrift "Hochland", die damals schon ökumenisch arbeitete und maßgeblich an der Kritik der NS-Ideologie mitwirkte.

Bernharts Wissensdurst führte ihn weiter zum Studium von Latein, Germanistik und Geschichte in Jena, das nicht beendet hatte, da er inzwischen Elisabeth Nieland kennengelernt hatte. Nach einer schweren Entscheidungsphase heirateten beide geheim und standesamtlich in London - im Jahr 1913.

Damit wurde Joseph Bernhart als Priester oder besser "Laie" exkommuniziert. Seine Rekonziliation, also die Wiederaufnahme in und Versöhnung mit der Kirche, erfolgte erst 1939 und 1942.

Immer und ständig publizistisch tätig, mündete seine Ablehnung der NS-Ideologie 1942 in einem Veröffentlichungsverbot.

Seit 1948/49 war unser Autor wieder ein gefragter Referent. In zahlreichen Vorträgen trug er dazu bei, den wahren christlichen Gedanken von Nächstenliebe und Aufrichtigkeit in Deutschland zu verbreiten und sich in diesem Geiste um die ehrliche Aufarbeitung der Verbrechen zu bemühen.

Er wurde Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Società Europea di Cultura.

Wenig später, 1952, wurde er zum Honorarprofessor für mittelalterliche Geistesgeschichte an der Universität München berufen.

Im Zentrum seines vielfältigen, auch literarisch wertvollen Werkes als Theologe, Philosoph, Dichter und Kulturhistoriker steht die Suche nach dem Sinn und die Frage nach dem Bösen in der Geschichte. Eugen Biser stufte Joseph Bernhart als größten Geschichts- und Existenzdenker des 20. Jahrhunderts ein.

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