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Am 31. Mai 2017 feierte unser Verlagsgründer - einer der bedeutendsten Verleger Süddeutschlands - seinen 80. Geburtstag.

Anton Hubert Konrad ist 1937 in Illertissen -Mittelschwaben- geboren. Dort besuchte er das Kolleg der Schulbrüder, wo er 1956 das Abitur ablegte. Es folgte eine Lehre im Verlag W. Kohlhammer in Stuttgart. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Lehre lebte Anton Konrad für einige Monate in London...

wo er als Trainee im Verlag Allen & Unwin, bekannt für die damals dort erschienenen Werke Tolkiens »Der Hobbit« und »Herr der Ringe«, arbeitete.
Zurück in Deutschland begann er ein Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Historischen Hilfswissenschaften in München und Würzburg. Gleichzeitig ließ er im Jahr 1961 seinen eigenen, nach ihm benannten Verlag ins Gewerberegister der Stadt Neu-Ulm eintragen.

anton konrad prkk

Im Jahr 1964 ist der Anton H. Konrad Verlag nach Weißenhorn gekommen. Der erste Titel im Programm des jungen Verlages war ein Kunstführer zum Barock um Ulm, gefolgt von einer ganzen Reihe von Kirchenführern, deren Texte der Verleger nicht selten selbst schrieb. Weiter erschienen ein Band mit Fotographien des unzerstörten Ulm vor 1944, eine Stadtgeschichte von Ulm, Editionen historischer Reiseberichte durch Schwaben, Werke zur Literaturgeschichte Schwabens, Ortsgeschichten und Landkreisbücher. Bald reichte der Publikationsradius weit über den Ulmer Winkel hinaus - vom Bodensee bis Altbayern waren viele Themen in schönen und anspruchsvollen Büchern aufgearbeitet.

In den folgenden Jahrzehnten wurde der Anton H. Konrad Verlag vor allem auch ob der prachtvoll ausgestatteten Monographien zu Künstlern des Barock und Rokoko einem breiten Publikum bekannt, aber auch durch zahlreiche Klostermonographien. Zusammen mit der Joseph-Bernhart-Gesellschaft in Türkheim hat sich Anton Konrad um die Neuedition der Werke dieses bedeutenden Religionsphilosophen verdient gemacht.
Die Herausgabe einer ganzen Reihe von Katalogen zu historischer Kartographie ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mit den Staatsbibliotheken in München und Berlin.

Ein weiteres Markenzeichen des Anton H. Konrad Verlags sind Kataloge historischer Ansichten, auch Veduten genannt, die der Verleger selbst zunächst zusammen mit Prof. Dr. Max Schefold aus Stuttgart, später mit Dr. Angelika Marsch aus Hamburg herausgab.
Ein besonderer Glanzpunkt ist dabei die Faksimile-Ausgabe der Reisebilder des Pfalzgrafen Ottheinrich (UB Würzburg), der im Winter 1536/37 mit einem Tross von Neuburg an der Donau zum polnischen König nach Krakau ritt. Aufgrund eines diplomatischen Auftrags führte der Rückweg über Berlin. Ein mitreisender Künstler zeichnete alle Städte auf dem Weg, und so sind mit dem Reisebilderbuch häufig die ältesten Ansichten dieser Städte, zum Beispiel Berlins oder Wittenbergs zur Zeit Martin Luthers, überliefert.

Vor zwei Jahren hat Anton H. Konrad, der den Verlag zusammen mit seiner Frau Christl Konrad geführt hat, die Buchproduktion seinem Sohn Christoph Konrad übergeben.

Jetzt ist die richtige Zeit, die vor 50 Jahren liegen gebliebene Doktorarbeit über Franz Martin Kuen wieder aus dem Archiv zu holen. In zwei Jahren wird der 300 Geburtstag dieses Rokokomalers in Weißenhorn gefeiert, da soll auch er mit einer prachtvollen, reich bebilderten Monographie aus dem Anton H. Konrad Verlag geehrt werden.



Anton H. Konrads ehrenamtliche Tätigkeiten:


1964–1988 Vorstand des Heimat- und Museumsvereins Weißenhorn
seit 1970 Kreisheimatpfleger im Landkreis Illertissen/Neu-Ulm

Ehrungen:


1989 Kommunale Verdienstmedaille in Bronze des Freistaates Bayern
2013 Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
2014 Ehrennadel der Stadt Weißenhorn
2016 Max-Spindler-Preis des Bayerischen Club


Wir gratulieren herzlich!

 


Einen spannenden Artikel über Anton Konrad hat Jens Noll in der Augsburger Allgemeinen bzw. Neu-Ulmer Zeitung geschrieben. Lesen Sie mehr Hier

 

Auch in der Südwest Presse wurde berichtet: Helmut Pusch hat eine schöne Reportage über das Schaffen des Verlegers verfasst.


 Foto: Helga Lippert

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