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Rudolf von Schlüsselberg

Rudolf von Schlüsselberg

Eine Geschichte aus der Zeit der Kreuzzüge

Herausgegeben von Thomas Groll / Mit Texten von Thomas Groll

Hardcover, Leinen, 13,6 x 20,0 cm
288 Seiten, 8 Abb.
2009, Februar
ISBN 978-3-87437-540-5
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19,80 €

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Es ist eine kampfreiche Zeit, das 12. Jahrhundert der deutschen Geschichte. Eine der größten Ideen der christlichen Welt hatte die Gemüter der europäischen Völker ergriffen: die "Befreiung" des Heiligen Landes aus den Händen der sogenannten Ungläubigen.

Wie jede Kriegszeit ist auch jenes Jahrhundert reich an tragischen Menschenschicksalen. Solcher Art war das Leben und Leiden des hochgesinnten Kreuzfahrers Rudolf von Schlüsselberg. Er entscheidet durch seine Tapferkeit den Kampf gegen die Sarazenen auf spanischem Boden. Das Glück des Siegers zerbricht das Leid um seine leiblich und seelisch kranke Frau Hathumot. Die herbsten Erfahrungen und bittersten Enttäuschungen ändern nichts an dem Edelsinn des getreuen Ritters.

Auf weitem, ereignisreichem Schauplatz spielt die tragische Familiengeschichte derer von Schlüsselberg. Die bedeutendsten Begebenheiten der Zeit bilden den farbenreichen Hintergrund der Erzählung. Berühmte Gestalten, wie der hl. Bernhard als Kreuzprediger, treten in die Handlung ein.

Dieser Roman basiert auf der Legende um einen Angehörigen des Adelsgeschlechts der Schlüsselberger, der sich an Kreuzzügen beteiligt haben soll.

Joseph Bernhart interessierte vor allem die Verpflichtung Gott gegenüber und der Erfüllung einer Aufgabe angesichts von persönlichen Schicksalsschlägen. Auch seine Einbeziehung des Heiligen Bernhard von Clairvaux, der für seine Kreuzzugpredigt berühmt geworden ist, entspricht der im Mittelalter gängigen, einseitigen Überzeugung, dass Muslime, obwohl sie Maria und Jesus kennen und als Prophet und Mutter des Propheten achteten, Ungläubige sind und einen Fremdkörper im "Heiligen Land" darstellen. Insofern gibt der Roman von Joseph Bernhart die Situation eines Kreuzritters und seiner Überzeugungen glaubhaft wider.

Joseph Bernhart
© Anton H. Konrad Verlag / Joseph-Bernhart-Gesellschaft e. V.

Joseph Bernhart

Ein außerordentliches Leben führte der 1881 in Ursberg geborene Joseph Bernhart. Er hat sich für ein Leben als Priester entschieden. 1904 erhielt er die Priesterweihe für das Bistum Augsburg, studierte aber davor schon katholische Theologie und Philosophie in München.

In beiden Fachgebieten brillierte er, verband sie zu einem Messpunkt der Authentizität und Integrität in seinem Leben. Mit der gebotenen Ernsthaftigkeit erreichte er den Titel Doktor der Theologie im Jahr 1910 über mittelalterliche Mystik, 18 Jahre später dann den Dr. phil.

Die innere Auseinandersetzung mit der Unterordnung unter kirchliche Autoritäten und die Endgültigkeit des Zölibats brachten ihn dazu "Der Kaplan" zu schreiben. Neben vielen anderen, und sehr bedeutenden Werken aus unserem Programm, spiegelt dieses Werk insbesondere die persönlichen Lebensumstände der prägenden Epoche.

Zunächst also als Kaplan in Markt Wald, Tandern, Hollenbach, Neuburg an der Donau und Murnau, wurde er zudem Mitarbeiter der Zeitschrift "Hochland", die damals schon ökumenisch arbeitete und maßgeblich an der Kritik der NS-Ideologie mitwirkte.

Bernharts Wissensdurst führte ihn weiter zum Studium von Latein, Germanistik und Geschichte in Jena, das nicht beendet hatte, da er inzwischen Elisabeth Nieland kennengelernt hatte. Nach einer schweren Entscheidungsphase heirateten beide geheim und standesamtlich in London - im Jahr 1913.

Damit wurde Joseph Bernhart als Priester oder besser "Laie" exkommuniziert. Seine Rekonziliation, also die Wiederaufnahme in und Versöhnung mit der Kirche, erfolgte erst 1939 und 1942.

Immer und ständig publizistisch tätig, mündete seine Ablehnung der NS-Ideologie 1942 in einem Veröffentlichungsverbot.

Seit 1948/49 war unser Autor wieder ein gefragter Referent. In zahlreichen Vorträgen trug er dazu bei, den wahren christlichen Gedanken von Nächstenliebe und Aufrichtigkeit in Deutschland zu verbreiten und sich in diesem Geiste um die ehrliche Aufarbeitung der Verbrechen zu bemühen.

Er wurde Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Società Europea di Cultura.

Wenig später, 1952, wurde er zum Honorarprofessor für mittelalterliche Geistesgeschichte an der Universität München berufen.

Im Zentrum seines vielfältigen, auch literarisch wertvollen Werkes als Theologe, Philosoph, Dichter und Kulturhistoriker steht die Suche nach dem Sinn und die Frage nach dem Bösen in der Geschichte. Eugen Biser stufte Joseph Bernhart als größten Geschichts- und Existenzdenker des 20. Jahrhunderts ein.

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