THEMEN
Jakob Friedrich Kleinknecht 1722-1794
Adelheid Krause-Pichler

Jakob Friedrich Kleinknecht 1722-1794

Ein Komponist zwischen Barock und Klassik

Mit Texten von Ulrich Schmid

Veröffentlichungen der Stadtbibliothek Ulm

Pappband, 17,5 x 24,5 cm
248 Seiten, mehr als 100 Notenbeispiele und Abbildungen, 6 Farbtafeln
1991, Januar
ISBN 978-3-87437-309-8
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Der aus Ulm gebürtige, in Eichstätt ausgebildete und ab 1743 am Bayreuther Hof und später in Ansbach tätige Komponist Jakob Friedrich Kleinknecht repräsentiert in seinem ausschließlich der Instrumentalmusik gewidmeten Werk in herausragender Weise diesen "vorklassischen Stil", der bisher allzusehr im Schatten der Meister des Barock und der Wiener Klassik stand.

Adelheid Krause-Pichler analysiert in der vorliegenden Monographie erstmals umfassend die wichtigsten Bereiche seines Werks, wobei vor allem die epochentypischen, stilistischen Besonderheiten herausgearbeitet werden. Gleichzeitig korrigiert die Arbeit zahlreiche Irrtümer der bisherigen Forschung; ein thematischer Katalog weist alle erhaltenen und alle bezeugten Werke Jakob Friedrich Kleinknechts mit den Incipits der Einzelsätze detailliert nach und liefert damit die Voraussetzung für eine Neubewertung dieses zu Unrecht vernachlässigten Komponisten. Der Anhang des Bands erhellt darüber hinaus den musikgeschichtlichen Hintergrund: mit zahlreichen bisher unbekannten Fakten und Dokumenten wird die gesamte Ulmer Musikerfamilie Kleinknecht vorgestellt. Ihr soziales und künstlerisches Umfeld, angesiedelt zwischen Stadtpfeiferwesen, Kantoren- bzw. Organistenamt und Hofmusikerdasein, ist exemplarisch für das Musikleben im gesamten 18. Jahrhundert.

Mehr und mehr rückt in den letzten Jahren der Kompositionsstil der Zeit zwischen 1735 und 1785 als eigenständige Epoche in das Blickfeld der Musikforschung wie der ausübenden Musiker.

Der künstlerischen Vielfalt in der bildenden Kunst des Barock und Rokoko entspricht in dieser Zeit das musikalische Streben nach Abwechslung und "Gefälligkeit" der Kompositionen, während andererseits die literarischen Richtungen der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang in enger Wechselbeziehung mit der Ausbildung einer neuen musikalischen Gefühlssprache stehen. Jakob Friedrich Kleinknechts Œuvre spielt in dieser Entwicklung eine wichtige Rolle; seine Werke waren im 18. Jahrhundert weit über Deutschland hinaus bekannt. Davon zeugen die in Paris und London erschienenen Drucke ebenso wie der Vertrieb durch angesehene Musikalienhändler wie Breitkopf in Leipzig oder Ringmacher in Berlin; Rezensenten wie Ernst- Ludwig Gerber und Johann Adam Hiller lobten den vorbildlichen und gefälligen Stil des Komponisten.

Von den ersten Flötensonaten führte sein kompositorischer Weg über Trios und Violinwerke hin zu der verstärkten Beschäftigung mit Konzerten und Sinfonien. Hierbei ist die Verkürzung des Themenmaterials vom anfänglich freien Stil, mit sechs- bis zehntaktigen melodischen Gedanken, zum kurz-prägnanten, symmetrisch angelegten sinfonischen Thema besonders beachtenswert.

Durch die geographische Lage und die kulturellen Interessen des Bayreuther Hofs steht J. F. Kleinknechts Schaffen im Spannungsfeld zwischen nord- und süddeutscher Schule; beispielhaft zeigen sich in ihm die verschiedenen Aspekte des Mischstils der Vorklassiker.

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