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Sießen im Wald
Anton H. Konrad

Sießen im Wald

Pfarrkirche St. Maria Magdalena

Mit Fotografien von Joachim Feist

Schwäbische Kunstdenkmale [53]

Softcover, 12,0 x 16,7 cm
31 Seiten, 17 Abbildungen in Farbe, 1 Abbildung in Schwarz-Weiß
1995, Juni
ISBN 978-3-87437-517-7
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Schon während der Pest um das Jahr 1437, in welchem die Krankheit besonders wütete, wird Sießen als der Zufluchtsort für die Bevölkerung genannt. Damals und schon davor seit ihrer ersten Erwähnung in historischen Quellen aus 1353 war die Kirche der Heiligen Jungfrau Maria geweiht.

Das ehemalige Gnadenbild von Maria mit Kind aus spätgotischer Zeit zeigt eine sanftmütige, mit klaren Gesichtszügen schauende Maria mit einem ebensolchen Jesuskind.

Die alte Kirche oder der Größe nach eher eine Kapelle wurde nicht gepflegt und hat schon vor dem Dreißigjährigen Krieg einen baufälligen Zustand erreicht.

Der Neubau wurde gleich zu Anfang des 18. Jahrhunderts innerhalb von 8 Jahren fertiggestellt und mit allen Merkmalen des Barock ausgestattet: Prachtaltar mit Patronatswappen, Kreuzwegstationen, Statuen der Heiligen Familie...

Einiges wurde im Laufe des folgenden Jahrhunderts ausgetauscht, da der Barock als nicht ausreichend "modern" angesehen wurde.

Da der Ort Siessen im Wald wuchs und die Wallfahrt zum Gnadenbild immer noch ungebrochen war, beschloss man ab 1907 eine Erweiterung durch Anbau vorzunehmen.

Die Arbeiten waren erst 1920 beendet, der Weihung der Pfarrkirche der Heiligen Maria Magdalena, die hier im linken Seitenaltar dargestellt wird.

In der Wandmalerei sieht man die Einflüsse der Neorenaissance ebenso wie in den bildhauerischen Darstellungen der Altäre, die jedoch durch den reichen, sehr realistischen Faltenwurf der Figurenkleidung den Betrachter unweigerlich in seinen Bann zieht.

Die Architektur des Hochaltars selbst ist jedoch im Stil des Barock mit neoklassizistischem Zierwerk gehalten, die Seitenaltäre glänzen in neubarockem Stil.


In diesem Kirchenführer sind noch weitere Kirchenbauten kurz beschrieben, die in Beziehung zur Pfarrkirche St. Maria Magdalena stehen:

  • Die Kapelle St. Marx zu Wald, die 1729 leider abgebrochen werden musste. Ihr Altar mit dem Evagelisten Markus sog in St. Maria Magdalena ein.
  • Die Kapelle St. Peter und Paul in Weihungszell aus dem Jahr 1522. Sie steht auf einem kleinen Hügel mit einem schönen barocken Hochaltar und einem Fachwerktürmchen mit Glocke des Memminger Glockengießers Johann Georg Ernst aus dem Ende des 18. Jahrhunderts.
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