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Schriften im schwäbischen Dialekte
Sebastian Sailer

Schriften im schwäbischen Dialekte

Herausgegeben von Sixt Bachmann, Hans A Oehler / Mit Texten von Hermann Bausinger / Mit Illustrationen von Julius Nisle / Mit einem Vorwort von Sixt Bachmann

Hardcover, Leinen, 20,0 x 13,0 cm
288 Seiten, mit Abbildungen in Schwarz-Weiß
2000, Januar
ISBN 978-3-87437-437-8
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Sebastian Sailer (1714-1777), Prämonstratenser-Chorherr im freien Reichsstift Marchtal (zwischen Ehingen und Riedlingen an der oberen Donau), zu seiner Zeit sprachgewaltiger und begehrter Kanzelredner, lebt fort in seinen biblischen Komödien "im schwäbischen Dialekte", die er im Gegensatz zu seinen Karfreitagsoratorien (deren Musik leider verloren scheint) offenbar nicht für druckwürdig gehalten hat.

Es sind beispielsweise "Die Schöpfung", "Die sieben Schwaben" oder der "Fall Luzifers".

Seine Sprache variiert den Dialekt seiner Heimatstadt, dem damals von den Fuggern regierten vorderösterreichischen Weißenhorn, ins Oberschwäbische, wie er diesen bei den Bauern seiner Pfarreien Seekirch, Reutlingendorf und Dieterskirch - nicht nur im Beichtstuhl - zu hören bekommen hat.

Mit seinen schwäbischen Komödien brachte er den Bauern, wohl auch den bürgerlichen Städtern, die Botschaft der Heiligen Schrift, vielleicht in moralisierender Absicht, als Verhaltenskodex für den Alltag bei, mit königlichem Vergnügen.

Unseren Zeitgenossen scheinen die damals erst vierzig Jahre nach Sailers Ableben gesammelten und edierten Komödien würdig, neben die Werke der Großen gestellt zu werden, vor allem "das kleine Juwel der Schwäbischen Schöpfung". Sie "behauptet sich mit verblüffender Sicherheit neben den großen tragischen und epischen Genesis-Paraphrasen der Zeit, neben Klopstock, Geßner, Bodmer, Maler Müller und Lavater« (Martin Stern zu Sailers 250. Geburtstag).

Hermann Bausinger (1996) beschreibt das Besondere von Sebastian Sailers Werk und seine Nähe zur literarischen Form des Verfremdungseffekts unserer Tage so: "Indem so das Unerhörte in die Vertrautheit des Alltags hereingeholt wird, die von vornherein unangemessen ist, wird es erneut verrätselt, erhält es den Charakter des Unerhörten auf einer höheren, bewußteren Stufe zurück."

So scheint es, fast ein Vierteljahrhundert nach der von F. G. Brustgi betreuten Faksimileausgabe von 1976, an der Zeit, daß Hans Albrecht Oehler mit dieser exakten Wiederherstellung der Urausgabe von Sixt Bachmann (1816) unseren Sebastian Sailer als schwäbischen Unsterblichen ins neue Jahrtausend transportiert.

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