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Das Martyrerseminar von Barbastro
Wolfgang Deiminger

Das Martyrerseminar von Barbastro

Hardcover, 24,0 x 17,0 cm
172 Seiten, 30 Abbildungen
1999, Januar
ISBN 978-3-87437-429-3
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Sechzig meist junge Ordensleute - das Priesterseminar der Claretiner im nordspanischen Barbastro - geraten in den Spanischen Bürgerkrieg des Jahres 1936. Von ihnen werden 53 inhaftiert und zumeist im Theatersaal einer Schule gefangengehalten. Innerhalb von vier Wochen fallen 51 Claretiner im Kugelhagel der Erschießungskommandos.

Sie sind die Hauptpersonen des Buches. Aber sie sind nicht die einzigen. Da tritt ein selbsternanntes, von Anarchisten dominiertes Revolutionskomitee auf, dessen Sicht der Vorgänge aus den Aussagen eines seiner prominentesten Mitglieder lebendig wird. Der Anarchistenführer Durruti kommt aus Barcelona an und bringt dieses Komitee in arge Bedrängnis, weil es im revolutionären Übereifer einige seiner Leute hingerichtet hat. Eine zweifelhafte Rolle spielt ein ewig zaudernder Oberst, der die Garnison vor der Stadt befehligt und zum Kreis der Verschwörer um Franco gehört, aber zu den "Roten" überläuft, als ihm die Felle davonzuschwimmen drohen. Und die Nebenrollen sind auf fromme Frauen und Prostituierte, auf Zivilgardisten und anarchistische Freischärler, auf verängstigte Bürger und skrupellose Opportunisten und viele andere verteilt. Revolution in einer Kleinstadt, das ist ein komplexes Geschehen, das sich gegen jede Schwarzweißmalerei sperrt.

Doch die Geschichte des Martyrerseminars geht tiefer. Die Treue der jungen Claretiner zu ihrer Berufung laßt sich nicht als blinder Fanatismus abtun. Es sind tiefe religiöse Werte, von denen sie sich gehalten wissen. Ihnen wird ebenso nachgespürt wie den prägenden Erfahrungen ihres kurzen Lebens. Auch da ist nicht alles glatt und eindeutig. Manches bleibt sogar seltsam fremd. Aber der Leser kann zur Kenntnis nehmen, daß es für diese Menschen von grundlegender Bedeutung war. Und er kann zunehmend spüren, daß ihre Treue und ihr Sterben nicht sinnlos und umsonst waren. Sie sind nicht gescheitert, sondern die wahren Sieger.
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