THEMEN
Die Reisebilder Pfalzgraf Ottheinrichs aus den Jahren 1536/37
Angelika Marsch (Hg.), Josef H. Biller (Hg.), Frank D Jacob (Hg.)

Die Reisebilder Pfalzgraf Ottheinrichs aus den Jahren 1536/37

von seinem Ritt von Neuburg a.d. Donau über Prag nach Krakau und zurück über Breslau, Berlin, Wittenberg und Leipzig nach Neuburg

Mit Texten von Angelika Marsch, Reinhard H. Seitz, Josef H. Biller, Frank-Dietrich Jacob / Mit einem Vorwort von Gottfried Mälzer

Hardcover, Leinen mit Goldprägung
Kommentar-Band: 504 Seiten, 108 Abbildungen und 12 Tafeln, Faksimile-Band: 8 Seiten Text, 50 Tafeln davon 8 Klapptafeln, als hervorragende, farbige Ansichten im Originalformat. Maße: Kommentar-Band 30 x 22 x 3,4 cm / Faksimile-Band 43,5 x 33,5 x 2,9 cm
2000, April (1. Auflage)
ISBN 978-3-87437-440-8
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Im Jahre 1803 gelangten im Zuge der Säkularisation 50 großformatige Ansichten von Städten, Burgen und Residenzen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und damit aus der Frühzeit der Darstellung realer Städte von der Zisterzienserabtei Ebrach an die Uni Würzburg.

Die Entstehungsgeschichte dieser mit Aquarell- und Deckfarben ausgemalten und mit Goldhöhung versehenen Federzeichnungen lag bis vor wenigen Jahren im Dunkeln.

Heute wissen wir, daß es sich fast ausschließlich um die frühesten Ansichten aus Oberbayern, Franken, der Oberpfalz, aus Böhmen, Schlesien, Polen, Brandenburg, Thüringen und Sachsen handelt, und daß mit ihnen erstmals eine Fürstenreise in Bildern dokumentiert wurde, die Reise des Pfalzgrafen und späteren Kurfürsten Ottheinrich im Jahre 1536/37 von Neuburg/Donau über Prag, nach Krakau und zurück über Breslau, Berlin, Wittenberg, Leipzig.

Es sind wunderbar kolorierte Zeichnungen, die den Übergang der Landschaftsdarstellung zwischen Renaissance und Manierismus einfangen.

Exklusive Faksimileausgabe mit Kommentarband.

Der Kommentar-Band beinhaltet eine Einleitung in polnischer und tschechischer Sprache.

Verpackung und Versand in formstabilem Formschaum-Karton mit Deckel aus Sonderanfertigung.

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Josef H. Biller

Josef H. Biller

Jerzy Banach Prof. Dr. habil., Krakau/Krakow, geb. 1922, war 1950-1958 als Kunsthistoriker am königlichen Schloß auf dem Wawel in Krakau tätig, seit 1963 am Nationalmuseum Krakau, wo er 1964 die Abteilung für Krakauer Ikonographie gründete. Neben zahlreichen Aufsätzen befassen sich auch mehrere seiner Buchpublikationen mit historischen Ansichten Krakaus (u. a. Alte Ansichten von Krakau, 3. Auflage 1983; Ikonographie des Wawels, 1977; Das pittoreske Krakau. über die Alben aus dem XIX. Jahrhundert, 1980). Josef H. Biller München, geb. 1934, Verlagslektor i. R. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst- und Kulturgeschichte sowie interdisziplinären Themen: Architekturgeschichte und Bauforschung; Vedutenkunde, barocke Großgraphik und holländische Kartographie; Drucker-, Verleger- und Künstlergeschichte; Genealogie, Personen- und Theatergeschichte. Sein Spezialgebiet ist ein großangelegtes Forschungsunternehmen eines Catalogue raisonné der offiziellen Wappenwandkalender des Heiligen Römischen Reiches. Vladimír Bystricky PhDr., CSc., Pilsen/Plzen, geb. 1934, seit 34 Jahren Direktor des Staatlichen Gebietsarchivs Pilsen/Statni oblastni archiv Plzen. Studium der Geschichte an der Karlsuniversität Prag, Veröffentlichungen u. a. zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Städte, zu der Hussitenbewegung, zur Geschichte der Stadt Mies und der Burgen Westböhmens sowie zum Archivwesen (u. a. Dokumente zu deutsch-böhmischen Beziehungen). Er lehrt historische Hilfswissenschaften an der Pädagogischen Fakultät der Universität Pilsen. Frank-Dietrich Jacob Prof. Dr. phil. habil., Leipzig, geb. 1944, Studium der Kunstgeschichte und Geschichtswissenschaft, 1971-1992 Dozent an der Fachschule für Museologen Leipzig, seit 1992 Professor für Historische Hilfswissenschaften, insbesondere für die Disziplinen Historische Bildkunde, Quellenkunde und Realienkunde, an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH); Veröffentlichungen zur Architekturgeschichte und Historischen Bildkunde. In seiner Dissertation B setzte er sich mit den historischen Stadtansichten als Quelle für Kunstwissenschaft und Geschichtswissenschaft auseinander. Jan Kozák Dr. rer. nat., CSc., Prag/Praha, geb. 1938, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Felsmechanik an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag. Seine wissenschaftlichen Arbeiten liegen jedoch nicht nur auf geophysikalischem Gebiet, sondern auch im Bereich historischer Ansichten europäischer Städte vom 15. bis 18. Jahrhundert. Besonders zu nennen ist die Buchpublikation über die Marian Kutzner Prof. Dr. habil Posen/Poznan, geb. 1932. Er studierte Kunstgeschichte und klassische Archäologie an der Universität Posen und in Poitiers (Centre Études Supérieures de la Civilisation) und befaßt sich in seinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen besonders mit der gotischen Architektur und polnischen Kunst des Mittelalters. Auf diesem Gebiet lehrt er auch am Kunsthistorischen Institut der Breslauer Universität. Angelika Marsch Hamburg, geb. 1932, war auf dem Gebiet der Metallforschung wie auch kulturgeschichtlicher Publizistik tätig. Für das Buch "Salzburger Emigration in Bildern" (Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, 3. Auflage 1986) erhielt sie den Georg-Dehio-Förderpreis. Sie ist spezialisiert auf historische Ansichten Schlesiens; zahlreiche Veröffentlichungen zu diesem Thema und besonders zu dem Ansichtenzeichner Friedrich Bernhard Werner. Als Mitglied der Historischen Kommission für Schlesien arbeitet sie zur Zeit an einer Erfassung der Sammlungen historischer Ansichten Schlesiens in der Bundesrepublik Deutschland. Jan Pelant PhDr., CSc., Pilsen/Plzen, geb. 1937, ist leitender Facharchivar am staatlichen Gebietsarchiv Pilsen/Statni oblastni archiv Plzen. Er studierte Geschichte an der Karlsuniversität Prag und schrieb eine Dissertation über die böhmischen Landtage in den Jahren 1471-1500. Seine Veröffentlichungen befassen sich - außer mit Themen zum Archivwesen und den Hilfswissenschaften, zur Stadt-, Verwaltungs- und Regionalgeschichte mit den Wappen und Siegeln der Städte und Marktflecken Westböhmens (2. Auflage 1988). Reinhard H. Seitz Dr. phil., Neuburg a. d. Donau, geb. 1936, Leiter des Staatsarchivs Augsburg. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen Beiträge zur Archivkunde, Stadt- und Marktgeschichte sowie zur Druck-, Papier-, Buch- und Kunstgeschichte in Schwaben und der Oberpfalz, zur Geschichte jüdischer Gemeinden in Schwaben, zur Geschichte des Fürstentums Neuburg und pfalzneuburgischer Orte, genealogische Studien und Editionen; seine Dissertation stand unter dem Thema: Historisches Ortsnamenbuch des Landkreises Dillingen a. d. Donau. Frantisek Spurny PhDr., CSc., Mährisch Schönberg/Sumperk, geb. 1927, Studium der Geschichte und des Archivwesens an der Universität Brünn/Brno, tätig als Archivar. 1993 konnte er an der Universität Olmütz/Olomouc seine schon lange vorliegende Habilitationsarbeit "Das Nordmährische Eisenwesen vor der Schlacht auf dem Weißen Berg und sein Zusammenhang zur Steiermark" verteidigen. Seit 1993 ist er Dozent an der Universität in Troppau/Opava. Seine Gebiete sind die Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Länder Böhmens in der frühen Neuzeit, speziell die Regionalgeschichte Nordböhmens. Igor Votoupal MA., Nimburg/Nymburk, geb. 1964, Studium der Geschichte an der Universität Olmütz/Olomouc. Tätig als Archivar am staatlichen Bezirksarchiv Nimburg/Statni okresni archiv Nymburk.

Orte der Reise in den Ansichten

Amberg, Oberpfalz
Auerbach, Oberpfalz
Bad Düben, Sachsen
Bayreuth, Oberfranken
Beelitz, Brandenburg
Będzin, Polen
Beraun/Beroun, Mittelböhmen
Berlin
Beroun/Beraun, Mittelböhmen
Beuthen O.S./Bytom, Oberschlesien
Biała/Zülz, Oberschlesien
Bor/Haid, Westböhmen
Breslau/Wrocław, Niederschlesien
Brieg/Brzeg, Niederschlesien
Brzeg/Brieg, Niederschlesien
Burg Hummel/Lewiński Zamek, Niederschlesien
Burglengenfeld, Oberpfalz
Burg Leuchtenberg, Oberpfalz
Burg Pleystein, Oberpfalz
Burg Radyně, Westböhmen
Burg Tännesberg, Oberpfalz
Burg Točnik/Točník, Mittelböhmen
Burg Waldau, Oberpfalz
Burg Wernberg, Oberpfalz
Burg Žebrak/Žebrák, Mittelböhmen
Bytom/Beuthen O.S., Oberschlesien
Cosel/Koźle, Oberschlesien
Creussen, Oberfranken
Eichstätt, Oberbayern
Frankfurt (Oder), Brandenburg
Freystadt/Kożuchów, Niederschlesien
Fronberg, Oberpfalz
Gefrees, Oberfranken
Gera, Thüringen
Glatz/Kłodzko, Niederschlesien
Głogówek/Oberglogau, Oberschlesien
Groß Strehlitz/Strzelce Opolskie, Oberschlesien
Haid/Bor, Westböhmen
Heideck, Mittelfranken
Hof in Bayern, Oberfranken
Jaroměř, Ostböhmen
Kastl, Oberpfalz
"Kastl" (nicht bestimmbare Ansicht)
Kemberg, Sachsen-Anhalt
Kłodzko/Glatz, Niederschlesien
Koźle/Cosel, Oberschlesien
Kożuchów/Freystadt, Niederschlesien
Krakau/Kraków, Polen
Kraków/Krakau, Polen
Legnica/Liegnitz, Niederschlesien
Leipzig, Sachsen
Liegnitz/Legnica, Niederschlesien
Mies/Stříbro, Westböhmen
Müncheberg, Brandenburg
Nabburg, Oberpfalz
Nachod/Náchod, Ostböhmen
Náchod/Nachod, Ostböhmen
Neisse/Nysa, Oberschlesien
Neuburg a. d. Donau, Oberbayern
Neu-Bydžow/Nový Bydžov, Ostböhmen
Neumarkt, Oberpfalz
Neumarkt/Środa Śląska, Niederschlesien
Nimburg/Nymburk, Mittelböhmen
Nový Bydžov/Neu-Bydžow, Ostböhmen
Nymburk/Nimburg, Mittelböhmen
Nysa/Neisse, Oberschlesien
Oberglogau/Głogówek, Oberschlesien
Ohlau/Oława, Niederschlesien
Olkusz, Polen
Oława/Ohlau, Niederschlesien
Opole/Oppeln, Oberschlesien
Oppeln/Opole, Oberschlesien
Otmuchów/Ottmachau, Oberschlesien
Ottmachau/Otmuchów, Oberschlesien
Paczków/Patschkau, Oberschlesien
Patschkau/Paczków, Oberschlesien
Pegau, Sachsen
Pfraumberg/Přimda, Westböhmen
Pfreimd, Oberpfalz
Ehemaliger Pfrentschweiher, Oberpfalz
Pilsen/Plzeň, Westböhmen
Plzeň/Pilsen, Westböhmen
Polkowice/Polkwitz, Niederschlesien
Polkwitz/Polkowice, Niederschlesien
Prag/Praha
Praha/Prag
Přimda/Pfraumberg, Westböhmen
Riedenburg, Niederbayern
Rokican/Rokycany, Westböhmen
Rokycany/Rokican, Westböhmen
Sandersdorf, Oberbayern
Schleiz, Thüringen
Schloß Balice, Polen
Schwandorf, Oberpfalz
Sławków, Polen
Strausberg, Brandenburg
Strzelce Opolskie/Groß Strehlitz, Oberschlesien
Stříbro/Mies, Westböhmen
Sulzbach-Rosenberg, Oberpfalz
Środa Śląska/Neumarkt, Niederschlesien
Tost/Toszek, Oberschlesien
Toszek/Tost, Oberschlesien
Treuenbrietzen, Brandenburg
Ujazd/Ujest, Oberschlesien
Ujest/Ujazd, Oberschlesien
Vilseck, Oberpfalz
Vohenstrauß, Oberpfalz
Wittenberg (Lutherstadt), Sachsen-Anhalt
Wrocław/Breslau, Niederschlesien
Lewiński Zamek/Burg Hummel, Niederschlesien
Zeitz, Sachsen-Anhalt
Zülz/Biała, Oberschlesien

In den 50 Faksimiledrucken sind teils bis zu drei Orte auf einer Ansicht zu sehen.

Alle Orte sind jeweils in deutscher und polnischer/tschechischer Schreibweise aufgelistet.


Autoren

Jerzy Banach
Prof. Dr. habil., Krakau/Krakow, geb. 1922, war 1950-1958 als Kunsthistoriker am königlichen Schloß auf dem Wawel in Krakau tätig, seit 1963 am Nationalmuseum Krakau, wo er 1964 die Abteilung für Krakauer Ikonographie gründete. Neben zahlreichen Aufsätzen befassen sich auch mehrere seiner Buchpublikationen mit historischen Ansichten Krakaus (u. a. Alte Ansichten von Krakau, 3. Auflage 1983; Ikonographie des Wawels, 1977; Das pittoreske Krakau. über die Alben aus dem XIX. Jahrhundert, 1980).

Josef H. Biller
München, geb. 1934, Verlagslektor i. R. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst- und Kulturgeschichte sowie interdisziplinären Themen: Architekturgeschichte und Bauforschung; Vedutenkunde, barocke Großgraphik und holländische Kartographie; Drucker-, Verleger- und Künstlergeschichte; Genealogie, Personen- und Theatergeschichte. Sein Spezialgebiet ist ein großangelegtes Forschungsunternehmen eines Catalogue raisonné der offiziellen Wappenwandkalender des Heiligen Römischen Reiches.

Vladimír Bystricky
PhDr., CSc., Pilsen/Plzen, geb. 1934, seit 34 Jahren Direktor des Staatlichen Gebietsarchivs Pilsen/Statni oblastni archiv Plzen. Studium der Geschichte an der Karlsuniversität Prag, Veröffentlichungen u. a. zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Städte, zu der Hussitenbewegung, zur Geschichte der Stadt Mies und der Burgen Westböhmens sowie zum Archivwesen (u. a. Dokumente zu deutsch-böhmischen Beziehungen). Er lehrt historische Hilfswissenschaften an der Pädagogischen Fakultät der Universität Pilsen.

Frank-Dietrich Jacob
Prof. Dr. phil. habil., Leipzig, geb. 1944, Studium der Kunstgeschichte und Geschichtswissenschaft, 1971-1992 Dozent an der Fachschule für Museologen Leipzig, seit 1992 Professor für Historische Hilfswissenschaften, insbesondere für die Disziplinen Historische Bildkunde, Quellenkunde und Realienkunde, an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH); Veröffentlichungen zur Architekturgeschichte und Historischen Bildkunde. In seiner Dissertation B setzte er sich mit den historischen Stadtansichten als Quelle für Kunstwissenschaft und Geschichtswissenschaft auseinander.

Jan Kozák
Dr. rer. nat., CSc., Prag/Praha, geb. 1938, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Felsmechanik an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag. Seine wissenschaftlichen Arbeiten liegen jedoch nicht nur auf geophysikalischem Gebiet, sondern auch im Bereich historischer Ansichten europäischer Städte vom 15. bis 18. Jahrhundert. Besonders zu nennen ist die Buchpublikation über die

Marian Kutzner
Prof. Dr. habil Posen/Poznan, geb. 1932. Er studierte Kunstgeschichte und klassische Archäologie an der Universität Posen und in Poitiers (Centre Études Supérieures de la Civilisation) und befaßt sich in seinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen besonders mit der gotischen Architektur und polnischen Kunst des Mittelalters. Auf diesem Gebiet lehrt er auch am Kunsthistorischen Institut der Breslauer Universität.

Angelika Marsch
Hamburg, geb. 1932, war auf dem Gebiet der Metallforschung wie auch kulturgeschichtlicher Publizistik tätig. Für das Buch "Salzburger Emigration in Bildern" (Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, 3. Auflage 1986) erhielt sie den Georg-Dehio-Förderpreis. Sie ist spezialisiert auf historische Ansichten Schlesiens; zahlreiche Veröffentlichungen zu diesem Thema und besonders zu dem Ansichtenzeichner Friedrich Bernhard Werner. Als Mitglied der Historischen Kommission für Schlesien arbeitet sie zur Zeit an einer Erfassung der Sammlungen historischer Ansichten Schlesiens in der Bundesrepublik Deutschland.

Jan Pelant
PhDr., CSc., Pilsen/Plzen, geb. 1937, ist leitender Facharchivar am staatlichen Gebietsarchiv Pilsen/Statni oblastni archiv Plzen. Er studierte Geschichte an der Karlsuniversität Prag und schrieb eine Dissertation über die böhmischen Landtage in den Jahren 1471-1500. Seine Veröffentlichungen befassen sich - außer mit Themen zum Archivwesen und den Hilfswissenschaften, zur Stadt-, Verwaltungs- und Regionalgeschichte mit den Wappen und Siegeln der Städte und Marktflecken Westböhmens (2. Auflage 1988).

Reinhard H. Seitz
Dr. phil., Neuburg a. d. Donau, geb. 1936, Leiter des Staatsarchivs Augsburg. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen Beiträge zur Archivkunde, Stadt- und Marktgeschichte sowie zur Druck-, Papier-, Buch- und Kunstgeschichte in Schwaben und der Oberpfalz, zur Geschichte jüdischer Gemeinden in Schwaben, zur Geschichte des Fürstentums Neuburg und pfalzneuburgischer Orte, genealogische Studien und Editionen; seine Dissertation stand unter dem Thema: Historisches Ortsnamenbuch des Landkreises Dillingen a. d. Donau.

Frantisek Spurny
PhDr., CSc., Mährisch Schönberg/Sumperk, geb. 1927, Studium der Geschichte und des Archivwesens an der Universität Brünn/Brno, tätig als Archivar. 1993 konnte er an der Universität Olmütz/Olomouc seine schon lange vorliegende Habilitationsarbeit "Das Nordmährische Eisenwesen vor der Schlacht auf dem Weißen Berg und sein Zusammenhang zur Steiermark" verteidigen. Seit 1993 ist er Dozent an der Universität in Troppau/Opava. Seine Gebiete sind die Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Länder Böhmens in der frühen Neuzeit, speziell die Regionalgeschichte Nordböhmens.

Igor Votoupal
MA., Nimburg/Nymburk, geb. 1964, Studium der Geschichte an der Universität Olmütz/Olomouc. Tätig als Archivar am staatlichen Bezirksarchiv Nimburg/Statni okresni archiv Nymburk.


Detailbeschreibung

Im Jahre 1803 gelangten im Zuge der Säkularisation 50 großformatige Ansichten von Städten, Burgen und Residenzen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und damit aus der Frühzeit der Darstellung realer Städte von der Zisterzienserabtei Ebrach in Franken an die Universitätsbibliothek Würzburg. Die Entstehungsgeschichte dieser mit Aquarell- und Deckfarben ausgemalten und mit Goldhöhung versehenen Federzeichnungen lag bis vor wenigen Jahren im Dunkeln. Heute wissen wir, daß es sich fast ausschließlich um die frühesten Ansichten aus Oberbayern, Franken und der Oberpfalz, aus Böhmen, Schlesien, Polen, Brandenburg, Thüringen und Sachsen handelt. Mit ihnen wurde erstmals eine Fürstenreise in Bildern dokumentiert, die Reise des Pfalzgrafen und späteren Kurfürsten Ottheinrich im Jahre 1536/37 von Neuburg a. d. Donau über Prag nach Krakau und zurück über Breslau, Berlin, Wittenberg und Leipzig.
Als Angelika Marsch, spezialisiert auf historische Stadtansichten, auf die unsignierten, nur mit Ortsnamen gekennzeichneten Ansichten aufmerksam wurde, entstand sofort der Gedanke, diese einmaligen Bilder zusammen mit Josef H. Biller, Frank-Dietrich Jacob, Reinhard H. Seitz und sieben tschechischen und polnischen Wissenschaftlern auf ihre Bedeutung für die jeweilige Stadtgeschichte, für die Kunstgeschichte und die verschiedenen wissenschaftlichen Bereiche zu untersuchen. In diesem Zusammenhang fand Josef H. Biller bei seinen Archivrecherchen auch die Korrespondenzen des Pfalzgrafen von seinem kaum bekannten Ritt nach Krakau und Berlin 1536/37.

Für Pfalzgraf Ottheinrich und seinen Bruder Philipp, Enkel des Wittelsbacher Herzogs Georg d. Reichen und der polnischen Prinzessin Hedwig (Landshuter Hochzeit 1475), war nach dem Bayerischen Erbfolgekrieg das Fürstentum Pfalz-Neuburg, auch Junge Pfalz genannt, errichtet worden, ein "Fleckenteppich", der nur einen geringen Ertrag abwarf. Als die Brüder dann den Schuldschein des nicht ausgezahlten Heiratsgutes ihrer polnischen Großmutter erbten, machte sich Ottheinrich mit einem Reitertroß, dem auch unser Reisezeichner angehört haben muß, am 27. November 1536 auf den Weg nach Krakau zu seinem Großonkel König Sigismund d.Ä. Die Reise hatte Erfolg. Ottheinrich bekam den seit über 60 Jahren ausstehenden Betrag von 18000 ungarischen Gulden ausgezahlt, wie die jetzt im Warschauer Archiv aufgefundenen Quittungen beweisen. Der polnische König bat Ottheinrich über Berlin zurückzureiten, um in "heikler Mission" Kurfürst Joachim II. aufzusuchen. Diesem Umweg verdanken wir die älteste Ansicht von Berlin und andere kostbare Blätter. Ottheinrich dürfte das Geld schnell verbraucht haben.

Doch was geblieben ist, sind die 50 farbigen Federzeichnungen von Städten und Burgen, fast ausschließlich die ersten Porträts der gezeigten Orte, gleichzeitig die ersten Illustrationen einer Fürstenreise, die nun, rund 465 Jahre nach ihrer Entstehung, erstmals in einer adäquaten Veröffentlichung als Faksimileedition mit Kommentarband herausgegeben wurden.

Über die feierliche Übergabe an den Vertreter der polnischen Museen können Sie hier einen schönen Artikel lesen: Feierliche Übergabe

In der FAZ erschien eine Rezension: Ottheinrichs Winterreise

Im Rezensionsjournal für Geschichtswissenschaften "Sehepunkte" finden Sie eine ausführlichere Buchbesprechung.

 


Bilder Reise Pfalzgraf Ottheinrichs
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Beide Bände

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Wappen Ottheinrichs

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Reiseroute

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Berlin, Bildausschnitt

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Sulzbach, Gesamtansicht

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Neuburg a. Donau, Gesamtansicht

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Blick in den Textband

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Pfalz in Bayern, Vorsatzblatt 1540