Walter Rossow (1910–1992). Leben und Werk
Landschaftsarchitekt
Hardcover, 456 Seiten, 23,5 x 29,7 cm, mit 255 Abbildungen
ISBN 978-3-87437-651-8
1. Auflage, April 2026
sofort lieferbar
Als "Anwalt der Landschaft", sowie "Protagonist der Moderne" und "öffentlichkeitsbezogener und politischer Planer" wurde er bezeichnet: Walter Rossow (1910–1992) gilt zu Recht als einer der bekanntesten Landschaftsarchitekten der jungen Bundesrepublik Deutschland.
Verzögert durch die Kriegszeiten begann seine Karriere als Planer erst mit der Interbau 1957 in Berlin und der Weltausstellung 1958 in Brüssel. Über West-Berlin hinaus bearbeitete Rossow insbesondere in seiner zweiten Heimat Baden-Württemberg große Projekte und leistete dort Beachtenswertes für den Wiederaufbau und die vernetzte Durchgrünung zerstörter Stadtkerne.
Gemeinsam mit dem Deutschen Werkbund brachte er die junge Fachdisziplin Landschaftsplanung durch die Warnung vor 'der großen Landzerstörung' voran.
Die Publikation leistet erstmals einen chronologischen Gesamtüberblick über Rossows Werk und gewährt einen breiten Einblick in sein künstlerisches und planerisches Wirken.
GPSR ab 13.12.2024: Für dieses Buch wurden keine Risiken festgestellt.
Sarah Wiesner
Autorin Sarah Wiesner wurde 1983 in Schwabach geboren. Landschaften und Gärten insbesondere haben sie schon immer angesprochen.
Diese haben häufig ihre Wurzeln in der Geschichte. Die Erbauer, die Verwendung sind ein Teil davon. Sarah Wiesner vertiefte daher ihr Wissen an der TU Berlin im Studium der Landschaftsplanung mit dem Schwerpunkt Gartendenkmalpflege.
Erfahrungen sammelte sie bereits während des Studiums im Forschungsprojekt der DFG "Pflanzenverwednung im Garten von Karl Foerster" und bei verschiedenen Reisen.
Nach ihrem Abschluß hat sie vielfältige Projekte bei Landschaftarchitekturbüros begleitet, mitgestaltet und geleitet, bis sie zur Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt in Berlin kam.
Ab da stand die Denkmalpflege ganz im Fokus. Als Fachreferentin und schließlich als Leiterin des Referates Gartendenkmalpflege konnte sie ihre Vision von angemessener Bewahrung gestalterischer Außenprojekte verfolgen.
Sarah Wiesner deckt eine große Bandbreite an Garten, Gartendenkmal und dem jeweiligen Kontext ab. Darunter finden sich Publikationen zu Themen wie Garten der Alten Nationalgalerie Berlin, Entwürfe zum phytotherapeutischen Garten, Kulturgut Friedhof, Herrenhaus Siemesvilla in Berlin oder Gartendenkmale der Nachkriegszeit.
An Walter Rossow, den sie für ihre Doktorarbeit ausgewählt hat, hat sie sein Ansatz, seine Interdisziplinarität und seine eine nahezu endlose - auch internationale - Bandbreite begeistert. Er war im Grunde genommen der bedeutendste Landschaftsarchitekt Deutschlands.
Im ihrem Buch "Walter Rossow (1910–1992). Leben und Werk", das in unserem Verlag erschienen ist, untersucht sie sein Wirken bei kleineren Projekten vor Kriegsende, und seine Projekte nach 1945, die auch sehr weitläufige Flächen umschlossen wie beispielsweise die Weltausstellung Expo 58.
Sehr spannend, detailiert recherchiert ist das Buch von Sarah Wiesner bislang das einzige, das dem Landschaftarchitekten Walter Rossow gerecht wird.
Inhaltsübersicht - Auszug
Editorial
Christoph Rauhut
Einführung
Markus Jager
Einleitung
Stand der Forschung, Methodik
Vita
- Jugend, Ausbildung, Studium und erste Arbeitserfahrung
Rixdorf und Berlin-Schöneberg
Studium an der Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau Berlin-Dahlem
Gartenbaubetrieb mit Martha Willings-Göhre / Die Waldsiedlung Zehlendorf
- Leben und Arbeit im Nationalsozialismus
Beteiligung am Olympischen Dorf, Elstal
Die Gärtnerei in Stahnsdorf
1940: alleiniger Geschäftsführer
Arbeitslager Steinlager Britz
Verdeckter Widerstand
- Die Nachkriegszeit. Wiederaufbau Berlins und deutsche Teilung
Die Grünflächen des amerikanischen Sektors – Stellvertretung des Zehlendorfer Gartendirektors
Erste Wettbewerbe und Planungsaufträge
Der Trümmerberg am Teufelssee
Die deutsche Teilung und „eine engere Verbindung zum Westen“
Internationale Bauausstellung Berlin 1957 (Interbau 1957)
Lehrtätigkeit
Berlin - Aachen - Stuttgart
Grünkraut: Leben „in zwei Ebenen“
Werkbeispiele
- Wohnungsbau und Siedlungsgrün
Siedlung Attilahöhe, Neu- und Wiederaufbau
Siedlung Schillerpark, Neu- und Wiederaufbau
Siedlung Mariendorf
VW-Wohnsiedlung Nasses Dreieck und Umgebung
Umgestaltung und Erweiterungen der Großsiedlung Britz (Hufeisensiedlung)
Stadtteil Mariahof
Großsiedlung und Demonstrativbauvorhaben Berlin – Buckow – Rudow
Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße
- Freiräume an Sakralbauten
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Evangelische Kirche am Lietzensee
- Krankenhausgärten und Kurgärten
Kreiskrankenhaus Riedlingen
Kuranlagen Bad Dürrheim
Klinikum der Freien Universität Berlin
Kuranlagen Bad Wildbad
Kuranlagen Bad Boll
Klinikum Am Urban
- Firmenrepräsentanzen und Freiräume an Funktionsgebäuden
Eternit-Gästehaus
Firmensitz Eternit AG
Werbestand der Eternit AG, Industrieausstellung 1957
Wasserwerk Sipplinger Berg
Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF) Sendezentrum Mainz am Lerchenberg
IBM Hauptverwaltung
- Stadtplätze und Stadträume
Louise-Schroeder-Platz
Mehringplatz
Freiraum um den Kemperplatz/Matthäikirchplatz, Freiräume zwischen Spree und Landwehrkanal
Strukturplan der Außenanlagen und Grünflächen der Siemens-Werke
Wannsee Landungsbrücken
- Freianlagen von Kultur- und Bildungseinrichtungen
Konzertsaal der Hochschule für Musik
Clubhaus des Lawn-Tennis-Turnier-Clubs (L.T.T.C.) Rot-Weiß
Akademie der Künste
Freie Volksbühne
Museum Berlin-Dahlem
Schulzentrum Ochsenhausen
- Kriegsgräberstätten in Frankreich und Italien
Kriegsgräberstätte Beauvais
Kriegsgräberstätte Pornichet
Kriegsgräberstätte Mont-de-Huisnes
Kriegsgräberstätte Ploudaniel-Lesneven
Kriegsgräberstätte Futa-Pass
- Weltausstellungen
Expo ʼ58 in Brüssel (Belgien), Deutscher Pavillon
Expo ʼ70 in Osaka (Japan), Deutscher Pavillon
- Von der Objektplanung zur städtebaulichen Konzeption: Rossows Beratertätigkeit
Campus Tübingen
Die Bundesgartenschauen
Bundesgartenschau Stuttgart 1961
Bundesgartenschau Karlsruhe 1967
Bundesverfassungsgericht
Badisches Staatstheater und Festplatz
Schlossplatz und Schlosshof
Bundesgerichtshof der Bundesrepublik Deutschland
Berater der Bundesregierung zur Hauptstadtplanung Bonn
Grundsätze im Œuvre von Walter Rossow
- Rossows berufliches Selbstverständnis
Politik und Planung: das freie Bauen einer demokratischen Gesellschaft
Gartenkunst, Landschaftsplanung, Landschaftsgestaltung und Landesplanung
- Architektur- und Entwurfsverständnis
- Pflanzenverwendung
- Rossows Verhältnis zur Denkmalpflege
- Der Zusammenklang von Freiraum, Architektur und Kunst
Zusammenarbeit von Architekten und Freiraumplanerinnen
Die Rolle der Plastik
Der Einfluss des Werkbundes
- Die Stadt und das Land – Grünplanung im Städtebau
„Die Zeit drängt“ – Rossows Postulat der Landschaftsplanung
Naturnahe Landschaftsplanung unter ökologischen Gesichtspunkten
Stadtzellen und „ein Netzwerk grüner Adern bis in das Innere der Stadt“
- Rossows Wirken aus heutiger Sicht. „Rufer in der Wüste“
- Rossows Lebenswerk in Zitaten. „Ein großes reiches Leben“
Anhang
Werkverzeichnis (chronologisch)
Kurzbiographie
Privat- und Büroadressen
Auszeichnungen
Archivgut
Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis




