Wer schon einmal auf seinen Ausflügen die barocke Pracht in Mittelschwaben bewundert hat, wird den Begriff "Schwäbischer Barockwinkel" mindestens zweimal gelesen haben: auf den Schildern entlang der Autobahn und auf Landkarten oder Flyern der Tourismusverbände.
Doch wo kommt der Begriff her? Wer hat ihn erfunden? Und worauf bezieht er sich? ...

Kirchturm Ursberg, © Wolfgang Strobl / Konrad Verlag
Der Schwäbische Barockwinkel - der Begriff
Wird verwendet für ein Gebiet, das im Kern den Landkreis Günzburg umfasst. Hinzu kommen in der heutigen Zeit auch angrenzende Gemeinden.
Die Barocke Pracht, wie es Wolfgang Strobl in seinem Buch bezeichnet, findet man staunend zwischen den Flüssen der Iller und dem Lech wie auch der Donau und dem Allgäu.

Schloss Harthausen, © Wolfgang Strobl / Konrad Verlag
Die Iller mit ihren etwa 145 km verläuft von Süden nach Norden, teilt auf ihrem Streckenabschnitt Bayern und Baden-Württemberg, um sich dann in die Donau zu ergießen. Sie begrenzt den Schwäbischen Barockwinkel im Osten.
Der Lech in seiner Fließform überwindet auf seiner an die 260 km langen Strecke die Grenze von Österreich nach Bayern. Auch er fließt - über Augsburg - von Süden nach Norden und geht später in die Donau über. Er begrenzt den Schwäbischen Barockwinkel an seiner westlichen Seite.
Im Norden wird das Gebiet von der Donau definiert, im Süden vom Allgäu umgrenzt.
Der Barock ist der häufigste und markanteste Baustil in dieser Region.
Ausschmückung im Kloster Elchingen, © Wolfgang Strobl / Konrad Verlag
Die Erfinderin des "Schwäbischen Barockwinkels"
Es ist Claudia Jahn, die den Begriff erfunden hat.
Sie studierte Tourismusmanagement an der Fachhochschule Kempten. Für ihre Diplomarbeit, die sich mit dem Landkreis Günzburg, ihrer Heimat, und der Erstarkung seiner Wirtschaftsstruktur befasste, entwarf sie die wegweisende Bezeichnung "Landkreis Günzburg - im schwäbischen Barockwinkel".
Das war 1981. Drei Jahre später wurde dieser Begriff für die Gründung des gleichnamigen Verkehrsvereins von Georg Simnacher, damals Landrat in Günzburg, vorgeschlagen.

Faltkarte des Verkehrsvereins Günzburg aus 1985, © Landkreis Günzburg / Konrad Verlag
Zu den Gründungsmitgliedern des "Verkehrsverein für den Landkreis Günzburg im Schwäbischen Barockwinkel" zählte auch Claudia Jahn.
Sie ist heute Autorin, engagiert sich weiter für Günzburg, wo sie seit 2022 auch zum Stadtrat gehört.
Was bedeutet er?
Ursprünglich für die Wirtschaftserneuerung oder den Wirtschaftsaufschwung erdacht, um auch den Tourismus ins Land der dicht gesäten Barockschätze zu fördern, hat sich der Begriff "Schwäbische Barockwinkel" mittlerweile in der ganzen Region und darüber hinaus etabliert.
Er bedeutet Identifizierung mit der mittelschwäbischen Landschaft und seiner historisch gewachsenen, barocken Landschaftgestaltung durch prächtige Bauwerke.

Kloster Ottobeuren, © Wolfgang Strobl / Konrad Verlag
Üppige Schlösser mit schön gegeliederten Fassaden, kleinere Schlößchen in hügeligem Setting hier, prachtvolle, wundervoll sanierte Klöster dort - zumeist in abwechslungsreicher Ausmalung und plastischer Dekoration auf den staunenden Besucher wartend - dies alles umfasst der Begriff.
Seine Geschichte wird von Raphael Gerhardt im Buch "Lebenswelten im Schwäbischen Barockwinkel" akkurat beschrieben.

Urkundeminiatur aus 1602, © Hochstift Augsburg / Konrad Verlag
Welche Bücher gibt es dazu?
Im Konrad Verlag sind viele schöne Bücher zu den einzelnen barocken Schmuckstücken in den 65 Jahren unseres Bestehens erschienen, Sie finden sie in unserem Hauptprogramm.
Schöne Bücher zum Schwäbischen Barockwinkel zum Überblick:
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Fürs Flanieren und Reisen |
Lebenswelten im Schwäbischen Barockwinkel von Raphael Berhardt / Markus C. Müller
Fürs Entdecken und Wissen |


