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BÜCHER

In unserem Verlag ist ein weiteres Stück deutscher Geschichte erschienen: 2 Bücher über die Berliner Mauer und die Fluchttunnel.

Es sind zwei Bände unseres neuen Autors Torsten Dressler, die zum 36. Jahrestag des Mauerfalls im November 2025 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Sie sind Bestandteil der Reihe 'Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin' des LDA Berlin. Ein wahrhaft gewichtiges Werk.

 

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Die Bücher

Über 10 Jahre archäologische Arbeit und die Suche nach Augenzeugen stecken in über 700 Seiten, knapp 500 Abbildungen und 25 Beilagen. Tatsachen und Hintergründe.

Torsten Dressler hat hier einen wichtigen Beitrag zur Mauergeschichte geleistet.

"Die Berliner Mauer (1961-1989) - Grenzanlagen und Fluchttunnel"

Bd. 62/1 und Bd. 62/2

aus der Reihe des Landesdenkmalamtes Berlin - unter der Leitung von Dr. Christoph Rauhut - sind ein Fundament, das sowohl für das breite Publikum als auch für weitere Forschungen und Diskussionen geeignet ist.

Band 1 beschreibt Tatsachen. Archäologische Untersuchungen und wie gearbeitet wurde. Die Ergebnisse beschäftigen sich mit den verschiedenen Stufen des Mauerbaus, seiner Entwicklung, verschiedenen Sperrelementen, Kontrollstreifen, Türmen, Zäunen und allem, was dazugehört. Alles sehr reich bebildert, um die sachliche Seite hervorzuheben. Dazu zählen nicht nur schematische Darstellungen, sondern auch Fotografien - historische wie aktuelle, Übersichtstafeln, Pläne und Befunde.

Band 2 ist ein Katalogband und bietet eine überaus sorgfältig erstelle Übersicht aller Fluchttunnel mit Jahreszahlen, Fluchthelfern soweit bekannt, ob sie zum Ziel, der Freiheit, führten und vielen weiteren Details. Es sind 75 an der Zahl.

Sehr spannend und für unsere Zeit wertvoll sind auch die Zeitzeugeninterviews, die sowohl mit den mutigen Tunnelgräbern wie auch mit damaligen Anwohnern geführt wurden.

Beide Bände verfügen über Beilagen mit Plänen, die verschiedene Abschnitte der Ausgrabungen abbilden oder auch die Lage der Fluchttunnel dokumentieren.

berliner mauer tunnel dressler buchvorstellung dressler konrad verlag 3Das volle Autditorium, © Torsten Dressler / Konrad Verlag

 

Die Buchvorstellung

Für die Buchvorstellung zum 36. Jahrestag des Mauerfalls wurde in der Gedenkstätte der Berliner Mauer in der Bernauer Straße eine tolle Veranstaltung geplant.

Das dortige Team hat alles perfekt vorbereitet. Es waren an die 100 Gäste gekommen, unter ihnen auch einige Tunnelgräber und weitere Zeitzeugen.

Den Abend gestaltete Dr. Christoph Rauhut.

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Dr. Christoph Rauhut bei der Einführung, © Konrad Verlag

 

Zunächst übergab er das Wort an den Laudator Prof. Dr. Matthias Wemhoff, seines Zeichens Landesarchäologe von Berlin und Doktorvater unseres Autors Torsten Dressler.

Er, Dressler, sei der erste, der die architektonische Ausführung der Mauer fundiert untersucht hätte. Er zeigte sich beeindruckt über den Umfang und die Vorarbeiten zur zweibändigen Doktorarbeit und freute sich über den Erkenntnisgewinn, den das Werk bietet. Und auch wir können nachfühlen, dass man sich als Archäologe zuweilen wünscht, man hätte bei vielen Funden ebenso noch Zeitzeugen an der Hand, die man befragen könnte.

Sichtlich beeindruckt von den vielen Besuchern und der Laudatio übernahm Torsten Dressler das Mikrofon.

 

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Dr. Torsten Dressler, © Stiftung Berliner Mauer/Hendrik Gaus

 

Sein Vortrag gewährte einen Einblick in die über 10 Jahre dauernden Arbeiten und das Entstehen des Buches bzw. der beiden Bücher, seiner Doktorarbeit. Fast 40 Personen hätten in der einen oder anderen Form im Werk Spuren hinterlassen. Wir greifen nun ein paar Aspekte heraus, die uns besonders wichtig erschienen:

Schwere Frage beschäftigte zu Anfang wie auch im Verlauf der archäologischen Arbeiten: welche Auswahl an Schnitten soll getroffen werden? Hier half die Tunnelsuche mit Anwohnern aus der damaligen Zeit. 

Manchmal haben sich aus kleineren Sondagen in privaten Gärten zu größeren archäologischen Stätten entwickelt.

Kurios genug war das schwerste Fundstück ganze 28 Tonnen schwer - eine Fahrzeugsperre.

Besondere archäologische Freiheit in Bezug auf Ausweitung bot die Fläche am Nordbahnhof, die heute bereits überbaut ist. Im Buch ist sie jedoch dokumentiert und für die Nachwelt erhalten.

Besonderer Dank über die Arbeit zum "Mut, in die Freiheit zu kommen" galt dem Grabungsteam, allen Unterstützern, dem Herausgeber und Veranstalter, wie auch uns, dem Verlag.

Alsdann folgte eine Diskussion mit Dr. Christoph Rauhut und Gästen über die Relikte der DDR-Grenzanlagen und ihre Bedeutung für unsere Zeit.

Die Runde wurde bestritten von:

Prof. Dr. Axel Klausmeier - Direktor der Stiftung Berliner Mauer

Dr. Sebastian Heber - Leiter des Archäologischen Bereichs beim Landesdenkmalamt Berlin

Dr. Katharina Malek-Custodi - Stellvertretende Landesarchäologin Brandenburg

Dr. Leonie Glabau - Leiterin der Gartendenkmalpflege beim Landesdenkmalamt Berlin

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Die Teilnehmer wie oben, von links mit Dr. Christoph Rauhut, © Torsten Dressler / Konrad Verlag

 

Wir haben uns über die Veranstaltung, ihre tiefe und warme Atmosphäre sehr gefreut! Unser Büchertisch war denn auch gut besucht.


Im Folgenden greifen wir noch einige Eckpunkte heraus, die zum einen mit dem schönen Abend und zum anderen mit der Zeitgeschichte zusammenhängen.

 

Der Fall der Berliner Mauer

Das Relikt einer Käfighaltung sollte ursprünglich nicht gebaut werden, gemäß der Falschbehauptung eines Politikers, die in die Geschichte einging. 1961 fing die traumatische Trennung von Deutschland an, worunter zahlreiche Familien nicht wenig litten. Es sollte ein Wall gegen die Anderen sein, entpuppte sich jedoch als ein Käfig für die eigene Bevölkerung, der für viele tödliche Folgen hatte.

Als die Mauer dann 1989 fiel, waren wir an zwei Orten - einer war an der Mauer und hat geklopft und sich gefreut, der andere saß gebannt am Fernseher und verfolgte mit Freudentränen in den Augen den fundamentalen Umbruch in der Liveschaltung.

Das störende Element der Berliner Mauer wurde sukzessive abgebaut. Man hatte genug davon. Zerkleinert in keineste Bröckchen haben kurz danach findige Unternehmer die Mauer in die ganze Welt verkauft. Allerdings war es wichtig, Abschnitte der an der Oberfläche sichtbaren Teile zu behalten und auch an Ort und Stelle. So entstand beispielsweise auch die EastSideGallery, was eindrücklich in der Gedenkstätte Berliner Mauer dokumentiert ist. Sehr empfehlenswert.

Die relevante Aufarbeitung eines modernen Denkmals von staatlicher Brutalität konnte zwar schon in den 1990er Jahren begonnen werden, als Denkmal wurden erste Teile der Mauer erst 2001 anerkannt. Von großem Wert ebenso das Engagement der Berliner Unterwelten e.V. mit seinem Vorstandsvorsitzenden Dietmar Arnold.

 

Die Hintergründe des Menschlichen

Trotz des sogenannten Schutzes vor den Feinden im ehemaligen Westdeutschland, waren viele Bürger der DDR nicht der Ansicht, dass bei ihnen alles in Ordnung sei.

Manche von ihnen, insbesondere auch diejenigen, die nahe der Grenze wohnten, fassten den Plan, einen Fluchttunnel zu graben. Sie wollten mehr Freiheit. Mit Mut und Planung führten sie ihre Absicht aus. Erfindungsreichtum zur Ausbringung der ausgehobenen Erde war gefragt. Nicht nur Truhen und Schränke dienten zum Verstecken des Materials. 5 Monate und länger dauerten die Arbeiten häufig. Zuweilen wurde auch mit bloßen Händen gegraben.

Einige konnten nicht zu Ende ausgeführt werden, da die Tunnelgräber verraten wurden.

Auch direkte Kontakte zu Grenzsoldaten verlangten eiserne Nerven, um das Vorhaben nicht zu gefährden. 

 

Die Archäologie im Zeichen der Zeit

Bei der Suche nach möglichen Tunneln verbrachte Torsten Dressler viel Zeit mit Zeitzeugen und den Tunnelgräbern selbst.

Der Boden in Berlin und Umgebung ist sehr sandhaltig, will sagen locker. Verfestigungen wie bei lehmhaltigen Böden oder mit anderen Formationen sind nicht wirklich zu erwarten gewesen. Mit der Gefahr des Einbruchs der Tunnel war jederzeit zu rechnen.

So ist es bei der späteren Suche auch passiert: eingebrochen, aber immerhin von oben.

Es wurden alte Fenstrahmen als Stütze benutzt, Beleuchtungsreste wurden gefunden und viel mehr.

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Unser Autor, flankiert von seinem Doktorvater, Prof. Dr. Matthias Wemhoff auf der rechten Seite, auf der linken von seinem zweiten Betreuer, Prof. Dr. Michael Meyer, © Torsten Dressler / Konrad Verlag

 

Die Befunde an den Wachtürmen bestehen neben Patronenhülsen und Elekroanlagen u.a. auch aus dem Müll, den die Grenzsoldaten herunterwarfen. Wer von ihnen geschossen hat, lässt sich indes aus den Funden nicht herauslesen.

Herauslesen lassen sich jedoch viele andere Dinge: unter anderem die gute Stromversorgung des Grenzstreifens, die auch die späteren Selbstschußanlagen versorgten. Oder die teils massiven Fundamente, die man für die schweren Fahrzeugsperren brauchte. Es zeigt sich, wie die Grenze immer perfekter und zum Todesstreifen wurde. Alles Tatsachen, die im ersten Band beschrieben sind.

Besonders perfide: Torsten Dressler fand mit seinem Team auch viele Jahre später noch in den Feldern Nagelgitterplatten. Es sind auf dem Boden aufgelegte gerahmte Gitter aus Metall, auf ihnen sind lange spitze Nägel angebracht, die auch jeden Schuh durchstechen konnten. Wer eine Wegstrecke geschafft hat, trat dann auf diese Platte und durchbohrte an mehreren Stellen seine beiden Füße. Schmerzen, Blutvergiftung und Tod - das war die Absicht dieser Maßnahme.

 

Eine Übersicht der Themen finden Sie im Inhahltsverzeichnis

 

Der Besuch der Stiftung Berliner Mauer lohnt sich auf jeden Fall.

Stiftung Berliner Mauer zur Buchvorstellung


Wir freuen uns sehr, dass in unserem Konrad Verlag ein so wichtiges Werk zur modernen Geschichte Deutschlands erschienen ist! 

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Der Konrad Verlag mit dem Autor, © Torsten Dressler / Konrad Verlag

 

Mehr Wissen über den Autor bekommen Sie hier: Torsten Dressler

Kaufen können Sie die beiden tollen Bücher/Bände hier:

 

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